Sanitär- und Umkleideräume in Schulen sind kein Randthema. Sie berühren Fragen von Gesundheit, Sicherheit, Prävention, Gleichstellung und Teilhabe – und sie haben unmittelbare Auswirkungen auf den Schulalltag von Kindern und Jugendlichen. Dennoch werden sie in öffentlichen Debatten häufig auf Schlagworte reduziert oder als symbolische Stellvertreter gesellschaftlicher Konflikte verhandelt.
Die hier veröffentlichte Analyse verfolgt einen anderen Ansatz. Sie ordnet die Diskussion um moderne Sanitär- und Umkleidekonzepte im Schulbau fachlich ein und stützt sich auf internationale Standards aus Schulbau, Public Health und Kriminalprävention sowie auf langjährige praktische Erfahrung. Im Mittelpunkt stehen bauliche Lösungen, die Privatsphäre gewährleisten, Schutzräume präzisieren und bekannte Problemlagen klassischer Sammelanlagen vermeiden.
Das Dokument ist nicht als Reaktion auf kurzfristige politische Kontroversen entstanden, sondern geht auf fachliche Gespräche zurück, die bereits seit mehreren Jahren geführt werden. Ziel ist es, eine sachliche Grundlage bereitzustellen – für Schulen, Planung, Politik, Medien und alle, die an einer informierten und konstruktiven Auseinandersetzung interessiert sind.
Das vollständige Dokument ist abrufbar hier.
Pressemitteilung vom 02.02.2026: Privatsphäre und Schutz im Schulbau: Intersex & Transgender Luxembourg asbl. veröffentlicht fachliche Analyse zu modernen Sanitärkonzepten
Angesichts der aktuellen öffentlichen Diskussion um die Gestaltung von Sanitär- und
Umkleidebereichen in Schulen veröffentlicht der Verein Intersex & Transgender Luxembourg
(ITGL) eine fachliche Einordnung zu internationalen Planungsstandards, Präventionskonzepten
und gesundheitlichen Aspekten moderner Schularchitektur.
Das Dokument ordnet die Debatte sachlich ein und basiert auf internationalen Schulbau-, Public-
Health- und Sicherheitsstandards sowie auf mehrjährigem fachlichem Austausch mit zuständigen
staatlichen Stellen. Im Mittelpunkt stehen bauliche Konzepte, die den Schutz der Intimsphäre,
Gewaltprävention, Hygiene und Nutzbarkeit gleichermaßen berücksichtigen.
Einzelkabinen als Sicherheitsgewinn
Die Analyse zeigt auf, dass sogenannte Einzelkabinen-Systeme mit integriertem Waschbecken
keine Auflösung von Schutzräumen darstellen, sondern deren bauliche Präzisierung: vollständig
abschließbare, autarke Nutzungseinheiten gewährleisten maximale Privatsphäre, erhöhen die
objektive Sicherheit und reduzieren zugleich bekannte Problembereiche klassischer
Sammelanlagen wie soziale Beobachtung, tote Winkel und hygienische Belastungen.
„Wir müssen die Debatte von Ideologien befreien und uns darauf konzentrieren, was für alle
Kinder und Jugendlichen am sichersten und hygienischsten ist“, so Dr. Erik Schneider,
Mitbegründer und Sprecher von Intersex & Transgender Luxembourg asbl.
Die fachliche Einordnung richtet sich an Medien, politische Entscheidungsträger, Verwaltung,
Bildungseinrichtungen sowie an die interessierte Öffentlichkeit und soll zu einer Versachlichung
der Diskussion beitragen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entkopplung der aktuellen
Debatte von vereinfachenden Zuschreibungen. Die dargestellten Konzepte sind nicht als
gesellschaftspolitische Positionierung zu verstehen, sondern als etablierte, international
angewandte Planungsprinzipien im Bildungsbau, die unterschiedlichen Schutz-, Scham- und
Nutzungsbedürfnissen Rechnung tragen.
Kontakt: Intersex & Transgender Luxembourg a.s.b.l.
Email: itgl.contact@gmail.com
Communiqué de presse du 02.2.2026 : Intimité et protection dans les bâtiments scolaires : Intersex & Transgender Luxembourg asbl. publie une analyse technique sur les concepts sanitaires modernes
Compte tenu du débat public actuel sur la conception des sanitaires et des vestiaires dans les
écoles, l’association Intersex & Transgender Luxembourg (ITGL) publie une classification
technique des normes internationales de planification, des concepts de prévention et des aspects
sanitaires de l’architecture scolaire moderne.
Le document classe le débat de manière objective et se base sur les normes internationales en
matière de construction scolaire, de santé publique et de sécurité, ainsi que sur plusieurs années
d’échanges techniques avec les autorités compétentes. Il se concentre sur les concepts
architecturaux qui tiennent compte à parts égales de la protection de la vie privée, de la
prévention de la violence, de l’hygiène et de la facilité d’utilisation.
Les cabines individuelles, un gain de sécurité
L’analyse montre que les systèmes dits de cabines individuelles, avec lavabo intégré, ne
constituent pas une suppression des espaces protégés, mais plutôt une amélioration de leur
conception : des unités d’utilisation entièrement verrouillables et autonomes garantissent une
intimité maximale, augmentent la sécurité objective et réduisent en même temps les problèmes
connus des installations collectives classiques, tels que l’observation sociale, les angles morts et
les risques hygiéniques.
« Nous devons libérer le débat des idéologies et nous concentrer sur ce qui est le plus sûr et le
plus hygiénique pour tous les enfants et les adolescent_exs », déclare le Dr Erik Schneider, co-
fondateur et porte-parole d’Intersex & Transgender Luxembourg asbl.
Cette classification technique s’adresse aux médias, aux décideurs_eusexs politiques, à
l’administration, aux établissements d’enseignement ainsi qu’au public intéressé et vise à
contribuer à une discussion plus objective. L’accent est mis en particulier sur la dissociation du
débat actuel des suppositions simplistes. Les concepts présentés ne doivent pas être compris
comme un positionnement sociopolitique, mais comme des principes de planification établis et
appliqués à l’échelle internationale dans la construction d’établissements scolaires, qui tiennent
compte des différents besoins en matière de protection, de pudeur et d’utilisation.
Contact : Intersex & Transgender Luxembourg a.s.b.l.
Email : itgl.contact@gmail.com
Ausgewählte Medieninhalte | Contenus médiatiques sélectionnés
Geschlechtsneutrale Klos: Verkackt (05.02.2026, Joël Adami, Woxx)
Die Regierung hat schlecht kommuniziert, manche Medien haben versagt – und Rechtsextreme freuen sich: Sie können wieder gegen die LGBTIQA-Gemeinschaft hetzen.
Luxemburgs Toiletten-Debakel: Klo-Projekt erntet 14 Gegenpetitionen und internationale Berichterstattung (04.02.2026, Raffael Wilmes, Tageblatt)
Das umstrittene Unisex-Toiletten-Projekt hat in Luxemburg für massive Empörung gesorgt: 14 Gegenpetitionen, Kritik von Koalitionspartnern und sogar internationale Medien berichten über das „Toiletten-Debakel“.
Neue Petitionen: Sollte die Regierung auf Unisex-Toiletten verzichten? (05.02.2026, Alexandra Thill, Wort)
Eine Petition äußert Bedenken über das Pilotprojekt zu Unisex-Toiletten an Schulen. Eine andere fordert eine Änderung des Schulprogramms.
En Thema, dat polariséiert: t goufe 14 Petitioune géint d’geplangten Unisex-Toiletten am LTC agereecht (04.02.2026, RTL Lëtzebuerg)
E Mëttwoch gouf sech bis ewell mat 7 vun dëse Petitioune beschäftegt. E
Forum de Daliah Scholl : Qui dit toilettes unisexes, dit uniformisation! (04.02.2026 Daliah Scholl, Tagesblatt)
Alors que la situation politique internationale est marquée par des crises majeures, le débat qui agite aujourd’hui notre pays semble se focaliser sur les toilettes scolaires. Dans l’urgence du monde, nous discutons des pipi rooms dans les écoles.
Minister Meisch rudert bei Unisex-Toiletten an Schulen zurück (03.02.2026, Vanessa Strauch, L’essentiel): Widersprüchliche Aussagen, Kritik und politischer Druck: Das Bildungsministerium hat sein Toilettenkonzept für Schulen nachgeschärft.
Commentaire vum Monica Camposeo: Eng Diskussiounskultur, fir d’Toilette erofzespullen (03.02.2026,
Monica Camposeo, RTL)
A sengem Commentaire kuckt sech d’Monica Camposeo méi genee un, wéi iwwer d’Thema vun den Toiletten an de Schoule geschwat gouf.
LGBTIQ+ in der Schule – Leitartikel: Unisex-Toiletten lenken vom Wesentlichen ab (02.02.2026, Simone Molitor, Wort): Die Polemik um die WC-Frage drängt jene Maßnahmen in den Hintergrund, die für queere Menschen im Schulalltag tatsächlich einen Fortschritt bedeuten.
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Claude Meisch am RTL-Interview: D’ADR huet einfach falsch Behaaptungen an d’Welt gesat a punkto Unisex-Toiletten (02.02.2026, Annick Goerens, RTL)
Claude Meisch am RTL-Interview: De Sujet Unisex-Toiletten ass net vum Himmel gefall (Update: 02.02.2026 17:10, Annick Goerens, RTL)
Den Educatiounsminister Claude Meisch war e Méindeg de Moien am RTL-Studio, fir iwwer d’Polemik ronderëm Unisex-Toiletten an de Lycéeën ze schwätzen.
Editorial: Die Auseinandersetzung um Unisex-Toiletten wirft kein gutes Licht auf die Regierung (02.02.2026, Luc Laboulle, Tageblatt)
Bei der Einführung von Unisex-Toiletten lässt die CSV sich von der ADR vor den Karren spannen und geht gegen ihren Koalitionspartner DP. Premier Luc Frieden hat nur noch ein Ziel: Das verloren gegangene Vertrauen in ihn und seine Partei zurückzugewinnen, damit die CSV auch nach 2028 an der Macht bleibt.
Schulen in Luxemburg: Was bei den Unisex-Toiletten geplant ist – und was nicht (02.02.2026, Vanessa Strauch, L’essentiel) einschl. Blick in die Baupläne
Genderneutrale Toiletten, offene Zugänge, neue Umkleiden: Kaum ein Schulprojekt wird derzeit so emotional diskutiert. Ein Blick in die offiziellen Pläne.
CSV fillt sech mëssverstanen: Kritik un Unisex-Toiletten net géint DP mee géint ADR (02.02.2026, 100,7)
Am 100,7 Interview sot den CSV-Deputéierte Ricardo Marques um Méindeg de Moien, datt d’Reaktioun vun der CSV op Facebook géint d’ADR an net géint d’DP geriicht war. Op Facebook hat d’CSV sech géint Unisex-Toiletten ausgeschwat.
Editorial: Wie die Klo-Frage uns in die Krise stürzt (31.01.2026, Isabel Spigarelli, Tageblatt)
Unisex-Toiletten erhitzen momentan die Gemüter in Luxemburg. Der Tonfall der Debatte und der Kommunikationsmangel zwischen den Koalitionsparteien sind allerdings schockierender als das Vorhaben des Bildungsministeriums. Ein Blick ins Klo.
„Standhaft bleiwen am Stuerm“: Claude Meisch enttäuscht vun CSV-Kritik zu Unisex-Toiletten (30.01.2026, Pierre Reyland, 100,7)
De Pilotprojet vun Unisex Toiletten am neie Gebai vum Lycée Technique du Centre haten de Claude Meisch a seng Parteikolleegin, d’Chancëgläichheetsministesch Yuricko Backes, leschten Dënschdeg an enger Chamberkommissioun virgestallt. D’CSV huet sech elo kloer dogéint positionéiert.
Toiletten-Streit: CSV greift Koalitionspartner an – Bildungsminister Meisch zeigt sich enttäuscht (30.01.2026, David Rock, Tageblatt)
Der Streit über genderneutrale Toiletten entzweit die Koalition. Auch die ADR wettert gegen den Plan von Bildungsminister Claude Meisch. Dieser zeigt sich von der CSV überrascht – will aber weiterhin an seinem Vorhaben festhalten.
No „LGBTIQ+“-Petitiounen: Vill nei Mesuren, dorënner Unisex-Toiletten an der Schoul (30.01.2026,
Annick Goerens, RTL) inkl. Kommentare
Gehéieren „LGBTIQ+“-Themen an d’Schoul oder net? 2024 gouf hei am Land ganz vill iwwer zwou Petitiounen diskutéiert.
Wenn Parteitaktik wichtiger wird als Grundrecht. Lieserbréif vum Michael Agostini (30.01.2026, RTL)
Die jüngste Empörung der CSV über Unisex‑Toiletten wirft weniger sachliche als politische Fragen auf. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Getrenntgeschlechtliche Toiletten sind kein Naturgesetz, sondern ein Produkt des viktorianischen Zeitalters – geprägt von strenger Geschlechtertrennung und dem damaligen Anspruch, Frauen „zu schützen“. Seither hat sich unsere Gesellschaft grundlegend verändert: Gleichberechtigung bedeutet heute gleiche Teilhabe im öffentlichen Raum. Dass Frauen bei Veranstaltungen oft deutlich länger warten müssen als Männer, ist ein alltäglicher Ausdruck verbleibender Ungleichbehandlung. …
Ricardo Marques reagiert: „CSV zu Unisextoiletten: Wir wussten nichts von den Plänen“ (30.01.2026, Florian Javel, Wort)
Die DP-Minister präsentieren ihr Konzept von inklusiven Toiletten und Umkleiden an Schulen, daraufhin geht die CSV auf die Barrikaden. Ricardo Marques erklärt, was wirklich vorgefallen ist. Paywall.
Chamber: LGBTQIA+-Theme sollen an de Schoule verdéift ginn (27.01.2026, 100,7)
D’Regierung wëll LGBTQIA+-Theemen an de Schoule verdéiwen an op kee Fall zu enger Invisibilitéit vu queere Mënsche bäidroen. Dat soten d’Gläichstellungsministesch Yuriko Backes an de Educatiounsminister Claude Meisch um Dënschdegmoien an der zoustänneger Chamberkommissioun.
„Toiletten brauchen kein Geschlecht“ (2024, Jörg Tschürtz, Wort): In Ländern wie Island sind Unisex-Kabinen in öffentlichen Gebäuden bereits Pflicht. Die Forscherin Christel Baltes-Löhr empfiehlt Luxemburg einen ähnlichen Schritt.
Auslandspresse
Luxemburg wollte über zusätzliche LGBTQI-Rechte diskutieren – bis die Debatte wegen Unisex-Toiletten entgleiste (03.02.2026, Antonio Fumagalli, NZZ)
In den Schulen keine Pissoirs mehr, dafür geschlechtsneutrale Einzelkabinen: Die Debatte führte in Luxemburg zu einer Regierungskrise. Nun rudert das Bildungsministerium zurück. Paywall.
Regierungskrise : Nur noch Unisex-Toiletten in neuen Schulen in Luxemburg (02.02.2026, Jochen Zenthöfer, Frankfurter Allgemeine)
Keine Trennung mehr nach Geschlechtern: Schultoiletten und Umkleiden sollen in Luxemburg für jedes Geschlecht nutzbar sein. So plant es das Bildungsministerium. Das führt nun zu einer Regierungskrise.
Wie gehen Unisex-Toiletten? Gleichberechtigung vs. Safespace. Ein WC für alle statt ein drittes separates? Wie geht das, ohne Privatsphäre einzubüßen? Ein paar Beispiele (2022, Deutsches Architekt:innen Blatt)
Inhalte an Schulen: Das hat die Politik im Jahr nach den LGBTIQ+-Petitionen unternommen (27.01.2026, Isabel Spigarelli, Tageblatt): Yuriko Backes und Claude Meisch präsentierten in einer Kommissionssitzung Fortschritte in Sachen LGBTIQ+-Politik, vor allem im Bildungsbereich – von genderneutralen Toiletten bis hin zu einem Guide fürs Personal.
Question parlementaire n° 3577 du 02 février 2026 de Sven Clement a Marc Goergen (Unisex-Toiletten an den ëffentlechen Infrastrukturen, pdf) – Réponse n° 3577 (pdf) ausstehend
