Sanitär- und Umkleideräume in Schulen sind kein Randthema. Sie berühren Fragen von Gesundheit, Sicherheit, Prävention, Gleichstellung und Teilhabe – und sie haben unmittelbare Auswirkungen auf den Schulalltag von Kindern und Jugendlichen. Dennoch werden sie in öffentlichen Debatten häufig auf Schlagworte reduziert oder als symbolische Stellvertreter gesellschaftlicher Konflikte verhandelt.
Die hier veröffentlichte Analyse verfolgt einen anderen Ansatz. Sie ordnet die Diskussion um moderne Sanitär- und Umkleidekonzepte im Schulbau fachlich ein und stützt sich auf internationale Standards aus Schulbau, Public Health und Kriminalprävention sowie auf langjährige praktische Erfahrung. Im Mittelpunkt stehen bauliche Lösungen, die Privatsphäre gewährleisten, Schutzräume präzisieren und bekannte Problemlagen klassischer Sammelanlagen vermeiden.
Das Dokument ist nicht als Reaktion auf kurzfristige politische Kontroversen entstanden, sondern geht auf fachliche Gespräche zurück, die bereits seit mehreren Jahren geführt werden. Ziel ist es, eine sachliche Grundlage bereitzustellen – für Schulen, Planung, Politik, Medien und alle, die an einer informierten und konstruktiven Auseinandersetzung interessiert sind.
Das vollständige Dokument ist abrufbar hier.
Ergänzung zu den aktuellen Debatten und Entwicklungen (12.02.2026)
Das Bildungsministerium betonte 09.02.2026, dass beim neuen Entwurf Sicherheit und Diskretion Hand in Hand gehen. Die Idee: Der Waschbeckenbereich wird so transparent gestaltet, dass er von außen teilweise einsehbar ist, während die eigentlichen Kabinen als komplett geschlossene Einheiten maximale Privatsphäre bieten.
Laut Marcel Kramer, dem Präsidenten der Direktorenkonferenz (Collège des directeurs), soll dieses Design gezielt Mobbing und Zerstörungswut ausbremsen. Er verweist dabei auf positive Rückmeldungen aus dem Ausland. Dort habe sich gezeigt, dass Vandalismus und Graffiti spürbar abnehmen, sobald der Raum seinen Charakter als abgeschottetes Versteck verliert. Die Kinder fühlen sich in einer offeneren Umgebung paradoxerweise sicherer, da die soziale Kontrolle zunimmt und der Reiz, im Verborgenen Unfug zu treiben, verschwindet.
Am Ende geht es um eine simple Sache: In Schulgebäuden werden Räume geschaffen, in denen jeder Mensch unkompliziert und sicher Zugang zu einer privaten Kabine hat. Nicht mehr und nicht weniger. Das neue Design ist schlicht eine pragmatische Antwort auf die Probleme unserer Zeit (s. auch unter Brennpunkt Schultoilette: Wenn Vandalismus zum System wird).
Und ja, ganz nebenbei löst dieses Konzept auch andere Herausforderungen: Es schafft eine Umgebung, in der sich auch geschlechtervariante Jugendliche nicht mehr zwischen zwei Türen entscheiden müssen, die für sie oft Stress bedeuten. Wenn die Infrastruktur einfach für alle funktioniert, profitieren am Ende alle – ganz ohne großes Label.
Warum wir über Schutzräume sprechen: Erfahrungsberichte aus dem Alltag (14.02.2026)
Während über DIN-Normen, Sichtschutz und Grundrisse diskutiert wird, findet in der Realität eine Debatte statt, die für viele Kinder und Jugendliche weit über bauliche Fragen hinausgeht. Die aktuelle gesellschaftliche Schärfe in den sozialen Medien und im öffentlichen Raum belastet das Sicherheitsgefühl junger Menschen wie auch ganzer Familien erheblich. Um zu verdeutlichen, warum ein respektvolles Miteinander und geschützte Räume so wichtig sind, haben wir hier anonymisierte Auszüge aus Nachrichten von Eltern zusammengestellt, die uns in den letzten Wochen erreicht haben. CAÏTIA versteht sich als Brücke zwischen Fachwissen und gelebter Realität. Wie dringend notwendig eine sachliche Lösung im Schulbau ist, zeigen ausgewählte Zuschriften, die Dr. Schneider und sein Team erreichen. Hier ist ein ungekürzter Einblick in die Sorgen der Familien:
Die Schule als angstfreier Lernort – Wunsch oder Realität?
Lieber Dr. Schneider,
Wir machen uns als Eltern derzeit große Sorgen um das Wohlbefinden und die Sicherheit unserer Tochter. In der letzten Elterngruppe hatten wir ja auch dieses aktuelle Thema der Schultoiletten besprochen. Wir stellen weiterhin fest, dass die zunehmend aggressive Stimmung in den sozialen Medien spürbar in den Schulalltag überschwappt. Besonders die emotional aufgeladene Debatte um Unisex-Toiletten verunsichert unser Kind massiv und führt dazu, dass es sich in alltäglichen Situationen nicht mehr sicher fühlt. Wir wünschen uns für unser Kind einen Ort, an dem es ohne Angst vor Anfeindungen lernen kann.
Wir bitten Sie dringend, dass Sie und Ihr Team weiterhin jede Gelegenheit nutzen, um bei den Treffen der politischen Parteien sowie bei den Ministerien um ein klares Zeichen für Akzeptanz und Schutz zu bitten.
Mit freundlichen Grüßen,
Paula und Gilles, Eltern einer 11-jährigen Tochter“ (Ende Januar 2026)
Wenn die politische Debatte die psychische Gesundheit belastet
Guten Tag Dr. Schneider,
Bezüglich unserem letzten Telefonat möchte ich noch unterstreichen, dass die aktuelle gesellschaftliche Debatte über die sanitären Anlagen eine Schärfe erreicht haben, die uns als Familie schlaflose Nächte bereitet. Unser Kind ist regelmäßig mit einer feindseligen Rhetorik konfrontiert, die seine Existenz infrage stellt. Wir beobachten mit großer Sorge, wie der schulische Raum, in unserem Fall ein Lyzeum im Süden des Landes, der eigentlich ein geschützter Ort sein sollte, durch diese aggressive Stimmung belastet wird. Es geht hier nicht nur um Politik, sondern um die psychische Gesundheit und die Integrität junger Menschen.
Es ist uns wichtig auf diesen Zustand hinzuweisen.
Nathalie, Mutter einer 13-jährigen Tochter (Anfang Febr. 2026)
Schutz der Privatsphäre statt ideologischer Kämpfe
Hinter jeder hitzigen Debatte über ‚Gender-Themen‘ oder dieses gerade so aktuelle Thema der Unisex-Toiletten befinden sich Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, die ungefragt in den Mittelpunkt geraten, welchen sie eigentlich vermeiden möchten.
Die Aggressivität, die uns momentan online und offline entgegenschlägt, ist beängstigend. Zu sehen, wie unser Sohn sich immer mehr zurückzieht, weil er Angst vor Ausgrenzung in der Schule oder Hasskommentaren im Netz hat, ist kaum zu ertragen.
Was wir dringend benötigen, ist einen respektvollen Umgang und den Schutz der Privatsphäre, damit unser Sohn einfach nur Mensch sein darf, ohne zur Zielscheibe ideologischer Kämpfe zu werden.
Patrick, Vater eines 16-jährigen Sohnes (Mitte Februar 2026)
Die Angst geht mit in die Schule
Mein Kind trinkt den ganzen Tag nichts, damit es in der Schule nicht auf die Toilette muss. Ich habe Angst, dass es dadurch krank wird, aber ich habe auch Angst, dass es in den Waschräumen schikaniert wird. Ich war sehr erleichtert, als das Projekt von Gemeinschaftstoiletten in der Chamberkommission am 27.01.2026 vorgestellt wurde. Umso mehr bedaure ich es, dass Bildungsminister Meisch nun wieder zurückgerudert ist.
Viviane, Mutter einer 10-jährigen Tochter (13.02.206)
Worte sind Munition für Mobber
Wir beobachten, wie unser Kind aufblüht, wenn es den richtigen Namen hört oder die Kleidung trägt, in der es sich wohlfühlt. Es ist, als hätte jemand das Licht in einem dunklen Raum eingeschaltet. Aber dieses Licht macht unser Kind auch verwundbar.
Jedes Mal, wenn ein Politiker oder ein Influencer gegen trans Menschen hetzt, steigt die Nervosität. Die mediale Stimmung, welche die Diskussion um die Toiletten aktuell mit sich bringt, schafft ein Klima, in dem Gewalt (verbal und physisch) wahrscheinlicher wird.
Lucie und Marc, Eltern einer 9-jährigen Tochter (12.02.2026)
Ein Schlachtfeld, auf dem wir nie stehen wollten
Wir wünschen uns nicht, dass unser Kind „besonders“ behandelt wird. Wir wünschen uns, dass es „normal“ behandelt wird. Wir haben keine Angst vor der Identität unseres Kindes – wir haben Angst vor einer gesellschaftlichen Entwicklung, die diese Identität nicht akzeptieren will. Unser Kind ist mutig, es ist authentisch. Wir als Eltern versuchen nur, den Weg so weit zu ebnen, dass es nicht ständig stolpert.
Was bei den Medien oft unterschätzt wird: Ihre Worte sind Munition für die Mobber, auch auf dem Pausenhof. Wenn in den Medien so getan wird, als sei Transidentität etwas, das man „diskutieren“ müsse wie eine Steuerreform, dann fühlen sich Menschen im Alltag legitimiert, trans Menschen zu belehren oder zu beschimpfen und sie befinden sich plötzlich auf einem Schlachtfeld für Kulturkämpfe, auf dem sie nie stehen wollten.
Sophie und Gilles, Eltern eines 14jährigen Sohnes (13.02.2026)
Die WC-Sache an unserer Schule
An der Schule gab es die Info von der ADR, dass demnächst wohl Unisex-WCs kommen sollen. Seitdem wird bei uns sehr viel drüber diskutiert. Ein paar Leute finden die Idee echt gut, aber die meisten sind eher dagegen, haben aber keine Argumente.
Im Unterricht war das bisher noch kein Thema, aber in der Cafeteria hört man eigentlich ständig jemanden darüber reden. Das Lehrpersonal und das restliche Personal halten davon scheinbar nicht viel. Ihr Hauptargument ist, dass sie ‚nicht wissen, was in den Umkleiden und WCs dann so abgeht‘.
Schon lustig eigentlich: Die Lehrer_innen selbst teilen sich ihre WCs und Umkleiden ja sowieso schon – bei denen ist das also kein Problem, aber bei uns machen sie voll den Stress.
Und trans Personen müssen in Einzelumkleidekabinen und Einzel-WCs gehen.
Thea, 18 J. (15.02.2026)
Pressemitteilung vom 02.02.2026: Privatsphäre und Schutz im Schulbau: Intersex & Transgender Luxembourg asbl. veröffentlicht fachliche Analyse zu modernen Sanitärkonzepten
Angesichts der aktuellen öffentlichen Diskussion um die Gestaltung von Sanitär- und
Umkleidebereichen in Schulen veröffentlicht der Verein Intersex & Transgender Luxembourg
(ITGL) eine fachliche Einordnung zu internationalen Planungsstandards, Präventionskonzepten
und gesundheitlichen Aspekten moderner Schularchitektur.
Das Dokument ordnet die Debatte sachlich ein und basiert auf internationalen Schulbau-, Public-
Health- und Sicherheitsstandards sowie auf mehrjährigem fachlichem Austausch mit zuständigen
staatlichen Stellen. Im Mittelpunkt stehen bauliche Konzepte, die den Schutz der Intimsphäre,
Gewaltprävention, Hygiene und Nutzbarkeit gleichermaßen berücksichtigen.
Einzelkabinen als Sicherheitsgewinn
Die Analyse zeigt auf, dass sogenannte Einzelkabinen-Systeme mit integriertem Waschbecken
keine Auflösung von Schutzräumen darstellen, sondern deren bauliche Präzisierung: vollständig
abschließbare, autarke Nutzungseinheiten gewährleisten maximale Privatsphäre, erhöhen die
objektive Sicherheit und reduzieren zugleich bekannte Problembereiche klassischer
Sammelanlagen wie soziale Beobachtung, tote Winkel und hygienische Belastungen.
„Wir müssen die Debatte von Ideologien befreien und uns darauf konzentrieren, was für alle
Kinder und Jugendlichen am sichersten und hygienischsten ist“, so Dr. Erik Schneider,
Mitbegründer und Sprecher von Intersex & Transgender Luxembourg asbl.
Die fachliche Einordnung richtet sich an Medien, politische Entscheidungsträger, Verwaltung,
Bildungseinrichtungen sowie an die interessierte Öffentlichkeit und soll zu einer Versachlichung
der Diskussion beitragen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entkopplung der aktuellen
Debatte von vereinfachenden Zuschreibungen. Die dargestellten Konzepte sind nicht als
gesellschaftspolitische Positionierung zu verstehen, sondern als etablierte, international
angewandte Planungsprinzipien im Bildungsbau, die unterschiedlichen Schutz-, Scham- und
Nutzungsbedürfnissen Rechnung tragen.
Kontakt: Intersex & Transgender Luxembourg a.s.b.l.
Email: itgl.contact@gmail.com
Communiqué de presse du 02.2.2026 : Intimité et protection dans les bâtiments scolaires : Intersex & Transgender Luxembourg asbl. publie une analyse technique sur les concepts sanitaires modernes
Compte tenu du débat public actuel sur la conception des sanitaires et des vestiaires dans les
écoles, l’association Intersex & Transgender Luxembourg (ITGL) publie une classification
technique des normes internationales de planification, des concepts de prévention et des aspects
sanitaires de l’architecture scolaire moderne.
Le document classe le débat de manière objective et se base sur les normes internationales en
matière de construction scolaire, de santé publique et de sécurité, ainsi que sur plusieurs années
d’échanges techniques avec les autorités compétentes. Il se concentre sur les concepts
architecturaux qui tiennent compte à parts égales de la protection de la vie privée, de la
prévention de la violence, de l’hygiène et de la facilité d’utilisation.
Les cabines individuelles, un gain de sécurité
L’analyse montre que les systèmes dits de cabines individuelles, avec lavabo intégré, ne
constituent pas une suppression des espaces protégés, mais plutôt une amélioration de leur
conception : des unités d’utilisation entièrement verrouillables et autonomes garantissent une
intimité maximale, augmentent la sécurité objective et réduisent en même temps les problèmes
connus des installations collectives classiques, tels que l’observation sociale, les angles morts et
les risques hygiéniques.
« Nous devons libérer le débat des idéologies et nous concentrer sur ce qui est le plus sûr et le
plus hygiénique pour tous les enfants et les adolescent_exs », déclare le Dr Erik Schneider, co-
fondateur et porte-parole d’Intersex & Transgender Luxembourg asbl.
Cette classification technique s’adresse aux médias, aux décideurs_eusexs politiques, à
l’administration, aux établissements d’enseignement ainsi qu’au public intéressé et vise à
contribuer à une discussion plus objective. L’accent est mis en particulier sur la dissociation du
débat actuel des suppositions simplistes. Les concepts présentés ne doivent pas être compris
comme un positionnement sociopolitique, mais comme des principes de planification établis et
appliqués à l’échelle internationale dans la construction d’établissements scolaires, qui tiennent
compte des différents besoins en matière de protection, de pudeur et d’utilisation.
Contact : Intersex & Transgender Luxembourg a.s.b.l.
Email : itgl.contact@gmail.com
Ausgewählte Medieninhalte | Contenus médiatiques sélectionnés
Forum von Pierre Mangers: Unisex-WCs: Die Gleichung der Ungleichheit – Gleichheit ist gleiche Wartezeit (18.02.2026, Pierre Mangers, Tageblatt)
Ein alltägliches Rätsel: Warum vor Damen-WCs Warteschlangen entstehen
Neutral Toiletten: ADR hätt Diskussioun „kënschtlech opgeblosen“, kritiséiert d’LSAP (12.02.2026, Carine Lemmer, RTL)
An der Chamber waren en Donneschdeg – mol nees eng Kéier a villäicht als provisoreschen Ofschloss – d’Toiletten an de Lycéeën an awer och den nationale Plang fir d’Promotioun vun de Rechter vun LGBTIQ+-Persounen en Thema.
Genderneutral Toiletten: ADR scheitert mat eegener Motioun: Chamber stëmmt fir Rechter vu LGBTQIA+-Persounen (12.02.2026, 100komma7)
La direction du Lycée Robert Schuman réagit: Nouveau phénomène préoccupant : le vandalisme des toilettes dans les lycées (10.02.2026, RTL Lëtzebuerg)
Quiconque vandalise les toilettes du lycée risque l’exclusion de l’établissement, prévient la direction du Lycée Robert Schuman dans un courrier adressé aux parents d’élèves.
Dir hutt d’Wuert mam Minister Claude Meisch: Et bleift bei Meederchers- a Jongentoiletten an et kënnt eng drëtt neutral Toilette derbä (11.02.2026, Annick Goerens, RTL)
E Mëttwoch de Moien hate mer Iech d’Wuert iwwerlooss. Dës Kéier zu den ëmstriddenen Unisex-Toiletten.
Espaces sanitaires et vestiaires dans les lycées : un nouveau concept pour plus de sécurité et plus d’intimité (9.2.2026, Ministère de l’Education nationale, de l’enfance et de la jeunesse, pdf)
Educatiounsministère preziséiert: Neit Konzept fir Lycées-Toilettë soll fir méi Sécherheet a manner Vandalismus suergen (RTL Lëtzebuerg): Déi geplangt Unisex-Toilettë wiere wärend der Sich no engem neie Konzept, fir d’Toiletten an de Lycéeë méi sécher ze maachen, entstanen.
«Die Gesellschaft ist nicht bereit für reine Unisex-Toiletten» (Mathieu Vacon, L’essentiel): Claude Meisch äußert sich zum Projekt geschlechtsneutraler Toiletten in den Schulen. Das Projekt erklärt er für gescheitert.
Keen eenheetleche Curriculum: Wat léiere Schüler wierklech iwwer LGBTIQ+ an de Schoulen? (06.02.2026, Julie Thilges, Sibila Lind, RTL)
2024 goufen et zwou gréisser Petitiounen, déi allebéid méi ewéi 4.500 Ënnerschrëfte gesammelt hunn an déi deemno allebéid an der Chamber debattéiert goufen.
Geschlechtsneutrale Klos: Verkackt (05.02.2026, Joël Adami, Woxx)
Die Regierung hat schlecht kommuniziert, manche Medien haben versagt – und Rechtsextreme freuen sich: Sie können wieder gegen die LGBTIQA-Gemeinschaft hetzen.
Luxemburgs Toiletten-Debakel: Klo-Projekt erntet 14 Gegenpetitionen und internationale Berichterstattung (04.02.2026, Raffael Wilmes, Tageblatt)
Das umstrittene Unisex-Toiletten-Projekt hat in Luxemburg für massive Empörung gesorgt: 14 Gegenpetitionen, Kritik von Koalitionspartnern und sogar internationale Medien berichten über das „Toiletten-Debakel“.
Neue Petitionen: Sollte die Regierung auf Unisex-Toiletten verzichten? (05.02.2026, Alexandra Thill, Wort)
Eine Petition äußert Bedenken über das Pilotprojekt zu Unisex-Toiletten an Schulen. Eine andere fordert eine Änderung des Schulprogramms.
En Thema, dat polariséiert: Et goufe 14 Petitioune géint d’geplangten Unisex-Toiletten am LTC agereecht (04.02.2026, RTL Lëtzebuerg)
E Mëttwoch gouf sech bis ewell mat 7 vun dëse Petitioune beschäftegt. E
Forum de Daliah Scholl : Qui dit toilettes unisexes, dit uniformisation! (04.02.2026 Daliah Scholl, Tagesblatt)
Alors que la situation politique internationale est marquée par des crises majeures, le débat qui agite aujourd’hui notre pays semble se focaliser sur les toilettes scolaires. Dans l’urgence du monde, nous discutons des pipi rooms dans les écoles.
Minister Meisch rudert bei Unisex-Toiletten an Schulen zurück (03.02.2026, Vanessa Strauch, L’essentiel): Widersprüchliche Aussagen, Kritik und politischer Druck: Das Bildungsministerium hat sein Toilettenkonzept für Schulen nachgeschärft.
Commentaire vum Monica Camposeo: Eng Diskussiounskultur, fir d’Toilette erofzespullen (03.02.2026,
Monica Camposeo, RTL)
A sengem Commentaire kuckt sech d’Monica Camposeo méi genee un, wéi iwwer d’Thema vun den Toiletten an de Schoule geschwat gouf.
LGBTIQ+ in der Schule – Leitartikel: Unisex-Toiletten lenken vom Wesentlichen ab (02.02.2026, Simone Molitor, Wort): Die Polemik um die WC-Frage drängt jene Maßnahmen in den Hintergrund, die für queere Menschen im Schulalltag tatsächlich einen Fortschritt bedeuten.
Paywall
Claude Meisch am RTL-Interview: D’ADR huet einfach falsch Behaaptungen an d’Welt gesat a punkto Unisex-Toiletten (02.02.2026, Annick Goerens, RTL)
Claude Meisch am RTL-Interview: De Sujet Unisex-Toiletten ass net vum Himmel gefall (Update: 02.02.2026 17:10, Annick Goerens, RTL)
Den Educatiounsminister Claude Meisch war e Méindeg de Moien am RTL-Studio, fir iwwer d’Polemik ronderëm Unisex-Toiletten an de Lycéeën ze schwätzen.
Editorial: Die Auseinandersetzung um Unisex-Toiletten wirft kein gutes Licht auf die Regierung (02.02.2026, Luc Laboulle, Tageblatt)
Bei der Einführung von Unisex-Toiletten lässt die CSV sich von der ADR vor den Karren spannen und geht gegen ihren Koalitionspartner DP. Premier Luc Frieden hat nur noch ein Ziel: Das verloren gegangene Vertrauen in ihn und seine Partei zurückzugewinnen, damit die CSV auch nach 2028 an der Macht bleibt.
Schulen in Luxemburg: Was bei den Unisex-Toiletten geplant ist – und was nicht (02.02.2026, Vanessa Strauch, L’essentiel) einschl. Blick in die Baupläne
Genderneutrale Toiletten, offene Zugänge, neue Umkleiden: Kaum ein Schulprojekt wird derzeit so emotional diskutiert. Ein Blick in die offiziellen Pläne.
CSV fillt sech mëssverstanen: Kritik un Unisex-Toiletten net géint DP mee géint ADR (02.02.2026, 100,7)
Am 100,7 Interview sot den CSV-Deputéierte Ricardo Marques um Méindeg de Moien, datt d’Reaktioun vun der CSV op Facebook géint d’ADR an net géint d’DP geriicht war. Op Facebook hat d’CSV sech géint Unisex-Toiletten ausgeschwat.
Editorial: Wie die Klo-Frage uns in die Krise stürzt (31.01.2026, Isabel Spigarelli, Tageblatt)
Unisex-Toiletten erhitzen momentan die Gemüter in Luxemburg. Der Tonfall der Debatte und der Kommunikationsmangel zwischen den Koalitionsparteien sind allerdings schockierender als das Vorhaben des Bildungsministeriums. Ein Blick ins Klo.
„Standhaft bleiwen am Stuerm“: Claude Meisch enttäuscht vun CSV-Kritik zu Unisex-Toiletten (30.01.2026, Pierre Reyland, 100,7)
De Pilotprojet vun Unisex Toiletten am neie Gebai vum Lycée Technique du Centre haten de Claude Meisch a seng Parteikolleegin, d’Chancëgläichheetsministesch Yuricko Backes, leschten Dënschdeg an enger Chamberkommissioun virgestallt. D’CSV huet sech elo kloer dogéint positionéiert.
Unisex-Toiletten a Schoulen: CSV-Fraktioun iwwerrascht iwwer Annonce a schwätzt sech oppen dogéint aus (30.01.2026, Maxime Gillen, Marlène Clement, RTL Lëtzebuerg)
D’Regierung huet en Dënschdeg eng ganz Partie Mesurë presentéiert, wéi LGBTIQ+ Sujeten an der Schoul sollen traitéiert ginn.
Toiletten-Streit: CSV greift Koalitionspartner an – Bildungsminister Meisch zeigt sich enttäuscht (30.01.2026, David Rock, Tageblatt)
Der Streit über genderneutrale Toiletten entzweit die Koalition. Auch die ADR wettert gegen den Plan von Bildungsminister Claude Meisch. Dieser zeigt sich von der CSV überrascht – will aber weiterhin an seinem Vorhaben festhalten.
No „LGBTIQ+“-Petitiounen: Vill nei Mesuren, dorënner Unisex-Toiletten an der Schoul (30.01.2026,
Annick Goerens, RTL) inkl. Kommentare
Gehéieren „LGBTIQ+“-Themen an d’Schoul oder net? 2024 gouf hei am Land ganz vill iwwer zwou Petitiounen diskutéiert.
Wenn Parteitaktik wichtiger wird als Grundrecht. Lieserbréif vum Michael Agostini (30.01.2026, RTL)
Die jüngste Empörung der CSV über Unisex‑Toiletten wirft weniger sachliche als politische Fragen auf. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Getrenntgeschlechtliche Toiletten sind kein Naturgesetz, sondern ein Produkt des viktorianischen Zeitalters – geprägt von strenger Geschlechtertrennung und dem damaligen Anspruch, Frauen „zu schützen“. Seither hat sich unsere Gesellschaft grundlegend verändert: Gleichberechtigung bedeutet heute gleiche Teilhabe im öffentlichen Raum. Dass Frauen bei Veranstaltungen oft deutlich länger warten müssen als Männer, ist ein alltäglicher Ausdruck verbleibender Ungleichbehandlung. …
Ricardo Marques reagiert: „CSV zu Unisextoiletten: Wir wussten nichts von den Plänen“ (30.01.2026, Florian Javel, Wort)
Die DP-Minister präsentieren ihr Konzept von inklusiven Toiletten und Umkleiden an Schulen, daraufhin geht die CSV auf die Barrikaden. Ricardo Marques erklärt, was wirklich vorgefallen ist. Paywall.
Chamber: LGBTQIA+-Theme sollen an de Schoule verdéift ginn (27.01.2026, 100,7)
D’Regierung wëll LGBTQIA+-Theemen an de Schoule verdéiwen an op kee Fall zu enger Invisibilitéit vu queere Mënsche bäidroen. Dat soten d’Gläichstellungsministesch Yuriko Backes an de Educatiounsminister Claude Meisch um Dënschdegmoien an der zoustänneger Chamberkommissioun.
„Toiletten brauchen kein Geschlecht“ (2024, Jörg Tschürtz, Wort): In Ländern wie Island sind Unisex-Kabinen in öffentlichen Gebäuden bereits Pflicht. Die Forscherin Christel Baltes-Löhr empfiehlt Luxemburg einen ähnlichen Schritt.
Auslandspresse
Luxemburg wollte über zusätzliche LGBTQI-Rechte diskutieren – bis die Debatte wegen Unisex-Toiletten entgleiste (03.02.2026, Antonio Fumagalli, NZZ)
In den Schulen keine Pissoirs mehr, dafür geschlechtsneutrale Einzelkabinen: Die Debatte führte in Luxemburg zu einer Regierungskrise. Nun rudert das Bildungsministerium zurück. Paywall.
Regierungskrise : Nur noch Unisex-Toiletten in neuen Schulen in Luxemburg (02.02.2026, Jochen Zenthöfer, Frankfurter Allgemeine)
Keine Trennung mehr nach Geschlechtern: Schultoiletten und Umkleiden sollen in Luxemburg für jedes Geschlecht nutzbar sein. So plant es das Bildungsministerium. Das führt nun zu einer Regierungskrise.
Wie gehen Unisex-Toiletten? Gleichberechtigung vs. Safespace. Ein WC für alle statt ein drittes separates? Wie geht das, ohne Privatsphäre einzubüßen? Ein paar Beispiele (2022, Deutsches Architekt:innen Blatt)
Inhalte an Schulen: Das hat die Politik im Jahr nach den LGBTIQ+-Petitionen unternommen (27.01.2026, Isabel Spigarelli, Tageblatt): Yuriko Backes und Claude Meisch präsentierten in einer Kommissionssitzung Fortschritte in Sachen LGBTIQ+-Politik, vor allem im Bildungsbereich – von genderneutralen Toiletten bis hin zu einem Guide fürs Personal.
Brennpunkt Schultoilette: Wenn Vandalismus zum System wird (12.02.2026)
Die Debatte um den Zustand der sanitären Anlagen ist längst kein Randthema mehr. Auch in Luxemburg ist Vandalismus in Schultoiletten ein bekanntes und aktuelles Problem, das viele öffentliche Schulen – allen voran die Lycées – vor große Herausforderungen stellt.
Es handelt sich dabei nicht mehr nur um kleine Schmierereien; oft ist es systematische Sachbeschädigung. Neben dem aktuellen Fall im Lycée Robert-Schuman gab es allein in den letzten zwei Jahren immer wieder Vorfälle, die zeigen, dass herkömmliche Konzepte an ihre Grenzen stoßen.
Das Problem der „toten Winkel“
Ein entscheidender Faktor für diese Zerstörungswut ist die Isolation. Abgeschiedene, unübersichtliche Räume bieten den perfekten Nährboden für Anonymität. Wo keine soziale Kontrolle stattfindet, sinkt die Hemmschwelle massiv.
Die Lösung könnte daher in einer höheren Sichtbarkeit liegen. Wenn Waschbereiche und Gemeinschaftszonen offener und transparenter gestaltet werden, verschwindet der „tote Winkel“. Mehr Einsehbarkeit im öffentlichen Bereich der Anlagen schafft ein ganz anderes Verantwortungsgefühl und nimmt dem Vandalismus schlicht den geschützten Raum.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um kaputte Fliesen oder verstopfte Rohre. Die Anonymität dieser Räume führt zu einer Dynamik, die den Schulalltag für viele massiv belastet. Das „Niemandsland“ Toilette wird zur Bühne für Übergriffe, die oft im Verborgenen bleiben:
- Physisches Bedrängen: Es kommt vor, dass Schüler_innen in Kabinen eingesperrt oder am Verlassen gehindert werden. Demütigungen durch Wasser oder Toilettenpapier, die über die Trennwände geworfen werden, sind dabei keine Seltenheit.
- Die Kabine als Cyber-Mobbing-Falle: Ein massives Problem in den Lycées ist das heimliche Filmen oder Fotografieren über die Trennwände hinweg. Solche Aufnahmen landen oft sofort in Snapchat-Gruppen oder auf Instagram und verursachen bei den Betroffenen extremen psychischen Schaden.
- Wände als „schwarzes Brett“ für Diffamierungen: Graffiti sind hier weit mehr als Schmiererei. Oft dienen sie der gezielten verbalen Demütigung, bei der Namen von Mitschülern mit Lügen und Beleidigungen verknüpft werden – und das oft tagelang für jeden sichtbar.
- Angstzonen für Jüngere: Für viele Schüler_innen der unteren Klassen (7e oder 6e) sind die WCs in den Pausen schlichtweg Tabuzonen. Sie meiden diese Orte aus Angst vor älteren Schüler_innen, die dort rauchen, „vapen“ oder Jüngere gezielt einschüchtern.
Diese Beispiele zeigen deutlich, dass die klassische, abgeschottete Bauweise heute weniger die Privatsphäre schützt, sondern vielmehr einen Schutzraum für solches Fehlverhalten bietet. Die Lösung liegt daher paradoxerweise in der Sichtbarkeit: Wenn wir die Barrieren im Gemeinschaftsbereich aufbrechen und diese Orte aus ihrer Isolation holen, entziehen wir Mobbing und Vandalismus die Grundlage – die Anonymität.
La direction du Lycée Robert Schuman réagit: Nouveau phénomène préoccupant : le vandalisme des toilettes dans les lycées (10.02.2026, RTL Lëtzebuerg)
Lënster Lycée International School: Toiletten für Schüler im Lënster Lycée sind zum Teil abgesperrt (22.01.2025, Mike Stebens, Wort)
Die Sperrungen haben vor zwei Tagen begonnen und sind zeitlich begrenzt. Frühere Maßnahmen scheinen erfolglos geblieben zu sein.
Drastische Maßnahme: Lycée in Lallingen schließt Toiletten für Schüler (04.12.2024, Mike Stebens, Wort)
Auslöser sind vermehrte Fälle von Vandalismus. Nur noch ein Raum mit Toiletten steht den Schülern zur Verfügung.
Motionen: Aktuelle politische Vorstöße: Inklusion vs. Geschlechtertrennung; Die aktuelle Debatte im Parlament zeigt deutlich, wo die Bruchstellen in der luxemburgischen Bildungspolitik verlaufen. Wir dokumentieren hier drei aktuelle Motionen vom 10. Februar 2026, die sehr unterschiedliche Richtungen einschlagen. Discussion parlementaire du 12.02.2026
Pour une politique ambitieuse luttant contre toute forme de discrimination au
sein des établissements scolaires von Gilles Baum (pdf)
Plan d’action national pour la promotion des droits des personnes LGBTIQ+ de 2025 von Claire Delcourt (pdf)
Zukünftige Beibehaltung separater Jungen- und Mädchentoiletten in allen Schulgebäuden von Fred Keup (pdf)
1.Stärkung der Antidiskriminierung: Eine Initiative, die darauf abzielt, Schutzmechanismen im Schulalltag rechtlich und praktisch zu verankern.
2.Umsetzung des PAN LGBTIQ+: Die Forderung, den Nationalen Aktionsplan endlich konsequent in die Praxis umzusetzen.
3.Forderung nach dauerhafter Geschlechtertrennung: Dieser Vorstoß verlangt, an binären Sanitärräumen festzuhalten.
Question parlementaire n° 3577 du 02 février 2026 de Sven Clement a Marc Goergen (Unisex-Toiletten an den ëffentlechen Infrastrukturen, pdf) – Réponse n° 3577 (pdf) ausstehend
